Die Geschichte der Stadt Finsterwalde und das Lebenswerk des Janusz Korczak
Der Name "Janusz Korczak" hat seit dem Jahr 1978 in der Bildungslandschaft von Finsterwalde seinen festen Platz. Die damalige Oberschule „Johann Wolfgang von Goethe“ wurde mit dem Namen des bedeutenden Pädagogen benannt. Durch die Zusammenlegung des städtischen und des kreislichen Gymnasiums im Jahr 2006/7 verlor sich der Name in Finsterwalde. Trotz der Entscheidung für den Namen "Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde" blieb den Finsterwaldern der Name Janusz Korczak wichtig. Dieser findet nun seine Fortführung mit dem neu gegründeten Kolleg in der Tuchmacherstraße 26. Das Janusz Korczak Kolleg, welches von der Evangelischen Schulgemeinschaft Niederlausitz gGmbH im Jahr 2017 gegründet wurde, ist eine Bildungs- und Erziehungseinrichtung. Die Wiederbelebung des ehemaligen Gebäudes des Sängerstadt-Gymnasiums wird möglich durch die Gründung der Ev. Kindertagesstätte Finsterwalde, dem Umzug der bestehenden Ev. Grundschule Finsterwalde sowie der Neugründung eines Berufkollegs, welches in Zukunft Ausbildungsplätze im Bereich moderne Sozialpädagogik in der Region anbieten möchte.
Rückblick
- 1978 Namensverleihung "Janusz-Korczak Oberschule"
- 2006/7 Zusammenlegung des Janusz-Korczak- und Sängerstadt-Gymnasium
- 2012 (Mai/Juni) Umzug des Sängerstadt-Gymnasium von der Tuchmacher Straße in die Straße der Jugend
- 2012/13 Renovierungsarbeiten an der „Inneren“
- 2013 Das Sängerstadt-Gymnasium bezieht die "Innere"
- 2016/17 das ehemalige Sängerstadt-Gebäude wird zur zeitweiligen Flüchtlingsunterkunft
- 2017 Gründung des Janusz-Korczak-Kollegs (Ev. Kita, Grundschule, geplante Berufsschule Finsterwalde)
Wer war Janusz Korczak
Janusz Korczak (1878–1942) war Arzt, Schriftsteller und einer der bedeutendsten Pädagogen des 20. Jahrhunderts. Sein eigentliches Anliegen war einfach: Kinder ernst nehmen. Er verstand sie nicht als „unfertige Erwachsene“, sondern als eigenständige Menschen mit Rechten, Bedürfnissen und einer unverwechselbaren Würde. Diese Haltung prägte sein gesamtes Leben und Werk.
Korczak leitete in Warschau mehrere Waisenhäuser, in denen er ungewöhnlich moderne Konzepte umsetzte. Er führte Kinderparlamente ein, ließ Konflikte durch ein „Kindergericht“ klären und ermöglichte Beteiligung, lange bevor der Begriff „Partizipation“ im pädagogischen Alltag existierte. Seine Methoden waren durchdacht, praktisch und konsequent auf das Wohl der Kinder ausgerichtet.
Neben seiner pädagogischen Arbeit schrieb Korczak zahlreiche Bücher, darunter „König Hänschen“, „Wie man ein Kind lieben soll“ und „Das Recht des Kindes auf Achtung“. Diese Texte gelten bis heute als Grundlagen einer humanistischen Erziehung, die auf Respekt statt Autorität baut.
Sein Leben endete 1942 tragisch: Als die Kinder seines Waisenhauses im Warschauer Ghetto deportiert wurden, weigerte er sich, sie zu verlassen. Er begleitete sie bis zuletzt. Dieser Schritt machte ihn weltweit zum Symbol für Integrität und moralische Konsequenz.
Korczaks Ideen wirken bis heute nach. In vielen Schulen, sozialen Einrichtungen und Kinderschutzorganisationen dienen seine Gedanken als Orientierung dafür, wie verantwortungsvoller Umgang mit Kindern aussehen kann: klar, respektvoll und menschlich.